Arbeitsstelle, Eintrag 2

Buenas tardes!

Um den Eintrag über meine Arbeit zu vervollständigen möchte ich jetzt noch über meine Tätigkeit bei der Physiotherapieabteilung in der Caja Petrolera und im Kinderheim hier in Camiri berichten.

Wie bereits erwähnt habe ich durch die verschiedenen Abteile des Krankenhauses gewechselt und bin so schließlich zur Physiotherapie gekommen. Hier habe ich eigentlich immer genug zu tun. Sei es das Registrieren von Patienten, die Reinigung von verschiedenen Geräten, die zur Behandlung benutzt werden oder das Vorbereiten der Behandlung, man findet immer etwas. Zu diesen Tätigkeiten kommt natürlich auch der Austausch mit den Patienten hinzu. Jeder Patient kommt täglich, über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen zu uns, je nach dem, wie es der Arzt verschreibt. Das gefällt mir an diesem Servicio, man lernt seine Patienten viel besser kennen, als beispielsweise im „Sala de guardia“. So habe ich zum Beispiel bereits die Bekanntschaft mit einem Herren gemacht, der deutsche Vorfahren hat oder einer fast siebzigjährige Frau, eine ehemalige Englischlehrerin, die in den USA studiert hat und sich so im perfekten Englisch mit mir unterhalten kann, was hier, vor allem bei ihrer Generation sehr selten ist.

Die Arbeit bei der Physiotherapie macht mir also sehr viel Spaß, da ich mit dieser Tätigkeit allerdings nur bis zum Mittag beschäftigt bin, gehe ich nachmittags in das Kinderheim „Niño Jesus“ in Camiri. Diese Beschäftigung bildet einen Kontrast zu der Arbeit im Krankenhaus und ich bin froh, mich, wenn auch ein wenig verspätet, dafür entschieden zu haben.

Das Kinderheim beherbergt ungefähr 60 Kinder von 3 bis 17 Jahren und wird von einer italienischen Nonne geleitet. Zusammen mit einem meiner Mitbewohner helfen wir nachmittags den Kindern bei den Hausaufgaben und spielen danach mit ihnen, unterhalten uns mit ihnen, usw. Ein paar Wochen haben wir beispielsweise Armbänder geknüpft. Mit den Größeren haben wir auch ein wenig Englischunterricht gemacht.

Meiner Meinung nach geht es aber bei unseren Besuchen im Kinderheim weniger darum, was wir machen, sondern, das wir da sind, dass die Kinder Abwechslung haben und Aufmerksamkeit bekommen. Es ist erstaunlich, dass sie auf einmal wie von selbst ihre Hausaufgaben erledigen, wenn man nur daneben sitzt und sich mit keiner anderen Sache beschäftigt, als mit ihnen.

Die Beschäftigung im Kinderheim macht mir so sehr, Spaß, da man nicht nur gibt sondern so viel von den Kindern zurück bekommt und so schöne Momente erlebt. Durch diese Beschäftigung wird mir täglich auch  vor Augen gehalten, wie glücklich ich mich schätzen kann, in sicheren Verhältnissen und mit Liebe und Zuneigung aufgewachsen zu sein.

Ich habe jetzt noch eine Woche auf meinen Arbeitsstellen, dann werden wir noch zwei Wochen reisen und kommen dann nur ein Wochenende nach Camiri zurück, um uns zu verabschieden und unsere ganzen Sachen zu holen. Dann sind schon die Abschlusstage in Santa Cruz und dann noch eine Woche, bis wir nach Hause fliegen.

Langsam wird die Zeit wirklich knapp. Ich versuche, die Tage noch so gut es geht zu nutzen, so viel Zeit wie möglich mit den Menschen zu verbringen, mit denen ich in diesem Jahr Freundschaft geschlossen habe und das schöne und ruhige Leben hier zu genießen. Aber je näher der letzte Arbeitstag und eben auch das Heimflugdatum rückt, desto mehr ist man mit den Gedanken in Deutschland und auch wenn ich mich wirklich sehr auf zu Hause freue wird das kein leichter Abschied werden.

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