Das Projekt „Lentes al instante“ in Camiri

In diesem Eintrag möchte ich euch von dem Projekt „Lentes als Instante“, in Bolivien initiiert durch meine Aufnahmeorganisation „Hostelling International Bolivia“, berichten.

In anderen Ländern ist dieses Projekt auch als „One Dollar Glasses“, die EinDollarBrille, bekannt. Hier in Bolivien ziehen die Organisatoren von Ort zu Ort und verschenken oder verteilen Brillen für einen erschwinglichen Preis. Dies ist möglich, da Gestell und Gläser vor Ort zusammengesetzt werden und so nicht extra jede Brille speziell angerfertigt werden muss.

Kinder bis 18 Jahren und Erwachsene ab 60 bekommen ihre Brille umsonst. Alle Anderen müssen 80 Bolis, also knapp elf Euro, für ihre Brille bezahlen. Mit  „Lentes al Instante“ kann leider nur den Patienten geholfen werden, die Weit- oder Kurzsichtig sind. Patienten mit anderen Augenerkrankungen mussten ohne Brille weggeschickt werden, da eine spezielle Brille oder eine OP nötig gewesen wäre.

Anfang April kam dieses Projekt also eine Woche nach Camiri und natürlich wollten wir Freiwilligen uns auch daran beteiligen. Die Behandlung lief folgendermaßen ab: Der Patient wird registriert, seine Augenstärke wird gemessen, die passenden Gläser werden herausgesucht und in das Drahtgestell eingesetzt. Dann werden die Bügel der Brille noch an die jeweilige Gesichtsform angepasst. Da ich nicht wie meine Mitbewohner auf den Vorbereitungstagen dabei war wurde ich zur Registrierung der Patienten eingeteilt. Die anderen waren damit beschäftigt, die Augen der Patienten zu messen. An der dritten Station wurde diesen dann die Brille ausgegeben. Das Gestell ist immer dasselbe, lediglich die Rahmenfarbe kann variieren.

Wir haben immer vormittags und nachmittags jeweils vier Stunden gearbeitet und sind pro Tag auf ungefähr hundert Patienten gekommen. Der Andrang war ziemlich groß und nach einigen Tagen kamen viele Leute auch von weiter her, vom „Campo“. Es war wunderbar zu sehen, wie man bei einigen Menschen durch einen Brille die Lebensqualität so sehr steigern konnte. Die meisten Patienten waren über sechzig Jahre alt und nicht wenige haben durch das Projekt im Leben ihre erste Brille bekommen. Diese Woche brachte viel Arbeit mit sich, war aber auch sehr zufriedenstellend, da man viele Menschen zum scharf sehen und lächeln gebracht hat. Viele Menschen, mit den ich jetzt im Alltag zu tun habe, tragen diese Brillen und es ist toll mit anzusehen, wie so ein vermeintlich einfaches Mittel einem viele Situationen im Leben erleichtern kann!

Hier noch der Link zur Website, auf der ihr Bilder findet und genaueres über das Projekt nachlesen könnt: http://www.hostellingbolivia.org/brillenhilfe-fuer-jedermann/

Liebe Grüße aus Camiri!

Jessi

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