Disfruta la vida

Buenas dias a todos!

Ist jetzt schon wieder eine Weile her, seitdem ich mich gemeldet habe.

In diesem Eintrag möchte ich euch unter Anderem von der Entrada, die hier in Camiri vor drei Wochen, also dem ersten Oktoberwochenende, zu Ehren San Franciscos stattfand, erzählen. San Francisco ist, so wie ich das jetzt verstanden habe, der Schutzpatron Camiris und somit ist das Fest eines der größten Feste, welches in Camiri gefeiert wird.

Man kann sich das Fest an sich eigentlich wie eine Kirmes in Deutschland vorstellen. Neben zahlreichen Ständen, die über Churrasco, Pommes, Pizza und Schokospießen, alles Mögliche an Essen verkauft haben, gab es auch Angebote für Kinder, wie zum Beispiel eine Hüpfburg oder einen Stand, an dem gemalt werden konnte. Viele Verkäufer sind auch mit Essbarem, zum Beispiel Popcorn oder Hamburguesas, oder sogenannten Refrescos (Getränken) durch die Menge gelaufen, um diese zu verkaufen.

Naja so viel dazu, der eigentliche Höhepunkt des Festes war die Entrada. Die Entrada ist ein Umzug mit verschiedenen Tanz und Musikgruppen, die verschiedene traditionelle Tänze zum Besten geben. Anfangs tanzten Schulgruppen, die dann irgendwann von anderen Tanzgruppen abgelöst wurden. Insgesamt dauerte die ganze Entrada vom Nachmittag an bis nach Mitternacht.

Teilweise wurde ich durch die Musik und die Kostüme doch ein wenig an den Faschingsumzug zu Hause erinnert. Dass ihr jetzt auch mal einen kleinen Einblick in die bolivianischen Tänze bekommt, werde ich drei der vielen Tänze kurz vorstellen.

Die Tanzgruppen werden generell immer von einem Tänzer oder einer Tänzerin mit Trillerpfeife angeleitet, die dadurch zu verstehen gibt, was getanzt wird. Man kann in vielen Tänzen den Einfluss der indigenen Gruppen und deren Bräuche sowie ihre Art sich zu kleiden erkennen. Viele Tänze sind aber auch stark von der Kolonialzeit oder den afrikanischen Sklaven beeinflusst. Ich finde es richtig spannend, dass jeder Tanz und die Kostüme auf Ereignissen in der Geschichte Südamerikas basieren.

Vom Tinku habe ich in einem meiner letzten Einträge bereits erzählt. Der Tinku-Tanz kommt ursprünglich aus Potosi, dort ist es ziemlich kalt, das zeigt sich auch an den Trachten, unter den man im warmen Camiri ganz schön ins Schwitzen kommt. Die Trachten sind sehr bunt. Die Männer tragen diese typische Mütze und Lederhelme, die an die Helme der Spanier der Kolonialzeit erinnern. Die Frauen tragen Kopftücher und darüber einen Hut. Getanzt wird in dicksohligen Sandalen. Dargestellt wird ein Streit oder die Begegnung zwischen zwei verschiedenen Pueblos, Gruppen. Hierzu wurde von den Tanzenden ein Kreis gebildet, in dem zwei Männer und zwei Frauen miteinander „kämpfen“ musste. Tinku gefällt mir von allen Tänzen der Entrada am besten.

Ein weiterer Tanz ist die sogenannte Morenada, die aus La Paz kommt und ursprünglich von den Morenos (Dunklen) getanzt wurde. Die Morenada stammt von den Tänzen der afrikanischen Sklaven und soll darstellen, wie diese die spanischen Tänze verspotten. Die Kostüme der Tänzer sind im Laufe der Zeit immer prunkvoller geworden und sollen den Reichtum und auch die Ausbeutung der spanischen Konquistadoren darstellen. Die Männer und Frauen tanzen hier getrennt und in sehr geordneten Formationen.

Als letztes möchte ich noch von der Diablada schreiben, nicht nur weil diese Gruppe die prunkvollsten Kostüme hatte, sondern auch, weil unsere Mitfreiwilligen in Sucre an der Entrada dort als Diablos (Teufel) teilgenommen haben. Die Diablada kommt aus der Karnevalshochburg Oruro. Die Tänzer stellen den Konflikt zwischen Luzifer(dem Teufel), also dem Bösen und der Verbitterung, und dem Erzengel Michael, also dem Guten und dem Frieden dar. Diese haben zwei Begegnungen. Bei der Ersten siegt Luzifer, bei der Zweiten Erzengel Michael. Die Diablos, die in Camiri übrigens von den Mitarbeitern der Polizei und ihren Frauen dargestellt wurden, hatten sehr aufwendige und prunkvolle Kostüme.

Am Sonntag haben wir dann noch einen kleinen Ausflug zu den heißen Quellen nahe bei Camiri gemacht. Aber zu diesen später.

Das darauffolgende Wochenende haben wir in Sucre verbracht, um unser Carnet de Extranjeros (unseren Ausweis) abzuholen. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, bei dieser Gelegenheit die anderen Voluntarios zu treffen. Die Hinfahrt nach Sucre dauerte diesmal sechzehn Stunden und war schon so ein Abenteuer für sich. Da wir den ersten Teil der Strecke bei Tag, also im Hellen gefahren sind und außerdem ganz vorne auf den Panoramaplätzen saßen, konnte man wunderbar sehen, wie schmal die Straße war und wie nahe wir am Hang entlang fuhren. Außerdem hatte ich schlauer weise meinen Schlafsack vergessen und da da Fenster, an dem ich saß, bei jedem Hügel, über den der Bus fuhr, aufgegangen ist, wurde es nachts auch dementsprechend kalt. Die Rückfahrt war dann um einiges angenehmer und auch viel wärmer.

Das vergangene Wochenende haben wir Besuch von drei Freiwilligen aus Santa Cruz bekommen, weshalb wir am Sonntag einen Ausflug zu den heißen Quellen gemacht haben. Ungefähr zwei Stunden sind wir von einem Haus aus, auf einem kleinen Weg, am Fluss Parapeti entlang gewandert. Der Weg führt über teils abenteuerliche Brücken und durch eine Höhle. Irgendwann gelangt man zu den aguas termales. Zu Beginn trifft man auf ein Becken, das gefüllt mit heißem Wasser ist. Als wir daran vorbei gelaufen sind, haben gerade zwei Bolivianer dort drin ein Bad genommen. Folgt man dem Weg, trifft man immer wieder auf kleine Wasserfälle, oder eben Wasser, das an der Felswand hinunter plätschert. Noch ein Stück weiter ist der Canon de Chorro, eine Schlucht, durch die das heiße Wasser in den Fluss fließt. Kurz danach haben wir uns entschieden, Halt zu machen, und im Fluss baden zu gehen, was bei ungefähr 40 Grad sehr gut getan hat. Celi hatte uns auch ein paar leckere Dinge zum Essen mitgegeben. Der Heimweg gestaltete sich dann zeimlich anstrengend. Was noch dazu kam war, dass der Taxifahrer, mit dem wir wieder nach Camiri fahren wollten einfach nicht mehr zurückgekommen ist, wieeigentlich ausgemacht. Schließlich haben wir spontan eine Mitfahrgelegenheit auf der Ladefläche eines Lastwagens gefunden, was dann schließlich auch irgendwie ein bisschen gemütlicher war,als sich zu siebt in ein Taxi zu quetschen.

Jaa, unter der Woche gehen wir jeden Tag arbeiten und die restliche Zeit ist dann auch immer verplant, aber dazu im nächsten Eintrag.

Hasta luego! Jessi

Advertisements

Ein Gedanke zu “Disfruta la vida

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s